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Chronik der Feuerwehr Gersdorf    



Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf

Seit der Zeit, in der unsere frühen Vorfahren ihre instinktive Angst vor dem   Feuer langsam ablegten und es als guten Diener in ihre ersten Behausungen  holten, wurden sie gleichwohl mit der zerstörerischen Seite des Feuers für ihr Hab und Gut konfrontiert, der sie weitgehendst schutzlos gegenüber standen.
Von dieser Zeit an standen die Menschen bei Feuersnot hilfreich zusammen, und langsam entwickelten sich die ersten Regeln und Verordnungen im Umgang mit dem Feuer.
In unserer Gegend stammt die erste Verordnung der Gemeinden („“„Ordnung der Gemein“) aus dem Jahre 1542. Auszüge daraus lauten wie folgt :

„ Es soll Niemand kein ungewöhnlich Feuerstatt machen, noch haben, die vor alters nit gewest, bei Straff eines Gulden“.

„Es soll auch Niemand kein Fackel oder Licht über die Gaßen noch in Stadel tragen, bei Straff eines Gulden “.

Die „“„Chronik der vormals nürnbergischen Pfarrei Entenberg“ berichtet :

Das Jahr 1642 weiß außerdem von einen Brand zu melden, der bei Konrad Löbel in Entenberg auskam, dovon dasselbe Haus ganz in Asche gelegt worden. Weil die Leinburger, Gersdörfer und andere benachbarte bald zu Hilfe kommen und stark gerettet, so hat das Feuer nicht weiter umb sich gefressen.

1642 brennt des Hans Schmidt, Hubbauernhäuslein genannt, Behausung in Pötzling ab, welches verwahrloset worden durch ein Licht, so sein Söhnlein, 2 1/2 Jahr alt gewesen, in den Kuhstall getragen.

Seit 1832 besitzen die 3 Gemeinden Gersdorf, Entenberg und Oberhaidelbach, die sich seit ihrem Bestehen im Haidelbachtal in gegenseitiger Hilfeleistung um den Feuerschutz bemühten, eine gemeinsame Feuerwehr und errichten  1833  vor  dem  Anwesen  Nr.28  ( gegenüber vom  Altenheim )  ein Spritzenhaus in dem die im selben Jahr angeschaffte gemeinsame  „Feuerlöschmaschine “ untergebracht wird.

Im Jahr 1875 erhält die Gemeinde durch das „Königliche Bezirksamt Nürnberg“, die damalige Aufsichtsbehörde, die Aufforderung, eine Pflichtfeuerwehr ins Leben zu rufen.

1877 erlässt dieselbe Behörde eine „Distrikspolizeiliche Feuerlösch-Ortnung“ für den Amtsbezirk Nürnberg. Danach ist jede Gemeinde verpflichtet, „die nothwendigen Feuerlöschanstalten herzustellen, und die erforderlichen Löschgeräte anzuschaffen und im guten Zustand zu halten“. Dazu gehören auch die Ausrüstungsgegenstände für die Löschmannschaften.
Als Folge wurde im Jahre 1877 in Gersdorf eine eigene „Freiwillige Feuerwehr“ gegründet ( Urkundlich am 7.Januar 1877 am Amtsgericht).
Leider verbrannte in der größten Brandkatastrophe, die je unseren Ort heimsuchte (19 Gebäude in Gersdorf und 5 in Pötzling), in der Nacht zum 31.März 1944 durch Bombeneinwirkung die von Johann Kirsch angelegte Chronik, so dass nur aus mündlicher Überlieferung bis zum Jahr 1950 berichtet werden kann.

Ende der 30iger Jahre war Ausrüstung für 35 Mann vorhanden. Durch die Kriegswirren verringerte sich diese auf 8 Uniformen, und ein Neuaufbau der Wehr wurde dringend erforderlich.
Das größte Handicap nach dem Krieg war natürlich das fehlende Geld, welches durch Haussammlungen (1949 wurden 80,80 DM gesammelt)  und die Einführung einer Feuerschutzabgabe beschafft wurde.  
Die noch heute vorhandene und wieder restaurierte Saug- und Druckpumpe aus dem Jahre 1907 zeigt, dass die Gersdorfer Wehr im Rahmen ihrer Möglichkeiten schon immer bestrebt war, auf dem technisch besten Stand zu sein, um im Brandfall optimal zu helfen.
In Gersberg und Pötzling waren ebenfalls je eine kleinere Saug- und Druckpumpe stationiert, die leider nicht mehr existieren.

Kommandant Pfeiffer verlas am 19.1.1952 die den Gemeinden aufliegende Satzung  der Freiwilligen Feuerwehren, welches zur Folge hatte, dass Willi Scharrer als 1.Vorstand gewählt wurde.

 Am 7. März 1960 wurde der Feuerwehrverein gegründet. 1960 traten 38 Mitglieder bei, der Jahresbeitrag betrug 1.- DM. Im gleichen Jahr wurde eine Motorspritze TS 8 mit DKW Motor angeschafft, für die Georg Seitz einen Spritzenwagen zimmerte.

Im Jahre 1964 wurde in mühevoller freiwilliger Arbeit von Männern um den damaligen Vorstand Konrad Lederer ein neues Gerätehaus mit Trockenturm, welcher heute noch benützt wird, erbaut.

Am 17. Mai 1965 entzündete ein Blitzschlag den Dachstuhl des Anwesens Albrecht im Ortsteil Gersberg. Unglücklicherweise weilten die meisten
Wehrmänner auf einen Sängertreffen in Frankfurt.
In Zusammenarbeit mit der Engelthaler Wehr konnte ein erster wirksamer Löschangriff vom etwa 400m entfernten Weiher durchgeführt werden.
Aldorfer und Hersbrucker Tanklöschfahrzeuge verstärkten die Brandbe-kämpfung, so dass das Feuer schnell eingedämmt war.

Im Mai 1965 legte die erste Löschgruppe der FFW Gersdorf unter Löschmeister Konrad Lederer das Leistungsabzeichen in Bronze mit Erfolg ab.

Großbrand in Reuth: Am Samstag, 2. September 1967 gegen 16.30 Uhr wurde die Wehr durch die Sirene alarmiert, und bereits Minuten später trafen die ersten Feuerwehrmänner an der Brandstelle ein.
Ein Stallgebäude des Anwesens Buchner stand in hellen Flammen. Durch das tatkräftige Eingreifen unserer Wehr wurde ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert und das Feuer unter Kontrolle gehalten. Mit dem Einsatz der Wehren aus Lauf, Schwaig, Fischbach, Altdorf und Feucht wurde unter Wechselschichten bis in den frühen Morgen das Feuer gebannt.

Ein Höhepunkt in der Geschichte der FFW Gersdorf war zweifellos der Ankauf des ersten Feuerwehrautos TSF (Ford Transit) von der Firma Bachert im August 1971, welches am 12. Mai 1972 in Anwesenheit zahlreicher Prominenz offiziell übergeben wurde. Mit dieser Anschaffung war die Schlagkraft der Wehr erhöht, und auf den Stand der Zeit gebracht worden.

Auch in Punkto Geselligkeit und Kameradschaftspflege stand die Wehr nicht zurück, denn mit der Einführung von Ausflügen, Fahrten ins Blaue (erstmals 1972), dem Feuerwehrball am Ostersonntag (1973) sowie dem Fischessen (1973) kam jeder auf seine Kosten.

Ein Meilenstein für jede Wehr ist sicherlich das 100jährige Gründungsfest, welches wir im Jubiläumsjahr 1977  vom  6.- 8. Mai  ausgiebig feierten.
„Das Festprogramm“
    Samstag, 30.April 1977
    Festkommers im Gasthaus Schreimel
    Freitag, 6.Mai 1977
    19.00 Uhr : Bieranstich durch 1.Bürgermeister Andreas Buchner
                       Großer Bunter Abend im Festzelt mit
              Christian Horneber, Conferencier
              Isartaler Jodelduo
              Die Sonnys
      Heino Conti aus der Haifischbar
      Magy Mae der Star des Abends     
              Die lustigen Regnitztaler spielen von 19.00 – 1.00 Uhr

    Samstag, 7.Mai 1977
    19.00 Uhr : Großer Unterhaltungsabend mit
              „Goldene 17“, Stimmungskapelle
             
    Sonntag, 8.Mai 1977
     6.30 Uhr : Weckruf
     8.30 Uhr : Totenehrung
     9.00 Uhr : Festgottesdienst im Festzelt anschließend
                                Frühschoppen                                                    
           13.30 Uhr :  Aufstellen des Festzuges
           14.00 Uhr :  Festzug , anschließend gemütliches Beisammensein
      mit den „ Lustigen Nürnbergern “.

1978 wurde unsere Wehr mit Funk ausgerüstet.

1979 Ein 82 cbm fassender Wasserbehälter wird am Altersheim ( früherer Dammersweiher ) gebaut.

Am 24. Juni 1984 nahmen wir die Einladung der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf/Nennslingen zu ihrem 100 jährigen Jubiläum an, was gleichzeitig der Beginn einer bis heute gepflegten herzlichen Freundschaft war.

Am 17. Oktober 1987 fand die 110 Jahresfeier unserer Wehr im Vereinslokal statt. Im kleinen Kreis waren die örtlichen Vereine und die Führungskräfte der Feuerwehren eingeladen.

Das Jahr 1994 bildete einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Wie von Bürgermeister Allgeyer versprochen, wurde der 1.Spatenstich für unser neues Feuerwehrgerätehaus in Verbindung mit der Kindergartenerweiterung getätigt und das Richtfest gefeiert.

Am 23. Juni 1995 wurde im Beisein der Bevölkerung und vieler Ehrengäste unser Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Mit der großen Fahrzeughalle und dem Unterrichtraum ging ein langer Wunsch in Erfüllung.

Ein weiteres Highlight unserer Vereinsgeschichte fand am 17. Dezember 1996 statt. Eine Abordnung unter Kommandant Herrmann und Bürgermeister Alfred Allgeyer holte das neue LF 8/6 (MAN) von der Firma Ziegler in Gingen ab.
Das Fahrzeug wurde am 25. April 1997 feierlich übergeben. Ein Ereignis, dass, wie Kommandant Herrmann es ausdrückte, zu den schönsten Tagen eines Feuerwehrmannes zählt.
Durch die Anschaffung des neuen LF 8/6 wurde unsere Wehr erstmals mit Atemschutz ausgerüstet, was für viele Kameraden zusätzliche Trainings- und Übungsstunden bedeutete.
Mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses und der Anschaffung des neuen Löschfahrzeuges ist der Brandschutz in Gersdorf im hohen Maße aufgewertet und auf Jahre hinaus dem Stand der Zeit angepasst. Dafür gebührt Bürgermeister Allgeyer und Kommandant Herrmann besonderer Dank.
Wenngleich unser Dorf in den letzten Jahren von größeren Bränden verschont blieb, waren wir doch etliche Male in der Großgemeinde mit im Einsatz, wie 1983 und 1987 beim Brand der Heiligen Mühle, 1986 beim Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Winn und Dachstuhlbränden in Leinburg. Der Großteil unserer zig Einsätze waren technische Hilfeleistungen mit teils schweren Verkehrsunfällen.
Aus unserer Einsatzstatistik lässt sich klar erkennen, dass die TH wohl auch zukünftig in zunehmenden Maße den Hauptteil der Einsätze ausmachen werden.
Im Juli 1999 wurde mit dem Eintritt von 8 Jugendlichen die Jugendgruppe der FFW Gersdorf gegründet.

Wie schon zum 100 jährigen Jubiläum rückblickend festgestellt, ging in der FFW Gersdorf auch in den letzten 25 Jahren die den neuen Anforderungen entsprechende stetige erfreuliche Aufwärtsentwicklung weiter, und unser Dank gilt vor allen der Gemeinde für die Bereitstellung der Mittel sowie den Kommandanten und Vorständen, die durch ihr persönliches Engagement die Wehr auf dem Stand der Zeit hielten.
Nicht zuletzt aber jedem einzelnen Feuerwehrmann, der durch seinen Einsatz zum Schutz und Wohl der Allgemeinheit beiträgt.
Besonders die neu gegründete Jugendgruppe stellt mit sicher, dass auch in Zukunft der Leitspruch der FFW Gersdorf lautet :
„ Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr “ .
 
 

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